Klappern gehört zum Handwerk!

Und damit Open-Source-Software in der Schule noch mehr Aufmerksamkeit bekommt, gibt es jetzt unter
http://www.scoop.it/t/open-source-software-in-der-schule
ständig aktualisierte Nachrichten rund um das Thema.

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 Der Autor ist in den 80er Jahren aufgewachsen. Captain Kirk, Spok und sein Kollege Scotti treiben sich in der Fernsehserie ‘Raumschiff Enterprise’ auf fernen Planeten herum. Ausgerüstet mit allerlei Hightech für Kommunikation, Analyse und Bewaffnung. Herrlich, wenn die Besatzungsmitglieder ihr ‘Handy’ schwungvoll auf- und zuklappen. Gab es jemals eine Patentklage der Enterprise-Macher gegen Klapphandy-Hersteller?

Der überzeugende Formfaktor ‘Tablet’

Moderne Tablet-PCs (und Smartphones) sind ausgesprochen multimediale Geräte. Mit leistungsfähigen Prozessoren, viel Arbeitsspeicher, Kamera, GPS, WLAN, Bluetooth, Mikrophon, Lautsprechern, Lagesensoren, USB-Ports, gut funktionierenden Bildschirmtastaturen oder andockbaren Tastenmodulen, Kartenlesemöglichkeiten und langen Akkulaufzeiten sind sie technisch sehr weit entwickelt.

Fast zwangsläufig loten LehrerInnen aus, welche Funktionen dieser Geräte einen Mehrwert für die didaktische Arbeit (und natürlich das persönliche Leben) bringen. Ob für die Dokumentation, die Präsentation, das Üben oder die Informationsbeschaffung, das Erstellen von Dokumenten oder auch die digitale Kreativität, der Formfaktor ‘Tablet’ ist sehr überzeugend.

Der wichtige Aspekt der Datensicherheit

Neben der Hardware rückt aber die Software in den Mittelpunkt: Das Betriebssystem und die Anwendungsprogramme (Apps). Und hier fängt es an, schwierig zu werden. Wer sich mit einem Android-Tablet beschäftigt, kann schon ins Grübeln kommen, welche weitreichenden Berechtigungen harmlose Apps einfordern. Gleiches gilt übrigens auch für Apple-Geräte wie das Ipad, nur dass deren Daten offenbar im enger umrissenen Apple-Kosmos verarbeitet werden (Apple Datenschutzrichtlinie).

(Screenshot einer App aus dem Android-Market)

SchülerInnen sind eine lohnenswerte Konsumentengruppe. Für die Unternehmen ist es von großem Vorteil, sich mit dieser Klientel zu beschäftigen, einmal als Analyseziel (“Was bevorzugen Kinder und Jugendliche“) aber eben auch als zukünftige Käuferschicht (“Wir binden die Kinder und Jugendlichen möglichst früh an das Unternehmen“). Es wäre schön, wenn man wüsste, ob und welche persönlichen Daten von SchülerInnen vom Betriebssystem oder den Programmen verarbeitet werden, die auf dem Gerät abgelegt sind.

Vom Umgang mit dieser Unsicherheit

  • Das Kind ist sowieso schon im Brunnen!” – Eine Mehrheit der SchülerInnen sind in den großen Sozialen Netzwerken  (Kernergebnisse der JIM-Studie 2010). Dabei haben sie bisher schon so viele Daten preisgegeben, dass es unerheblich ist, ob diese durch durch ein proprietäres System ergänzt werden. Was aber mit SchülerInnen, die sich entschieden haben, nicht an diesen Netzwerken teilzunehmen?
  • Augen zu und durch” – Das Datensammeln der Konzerne hat bisher noch kaum jemandem fühlbar mehr persönliche Werbung eingebracht. Also warum die Kröte nicht schlucken und die Vorteile der Systeme nutzen? Das scheint dann wohl der Preis zu sein? Im Gegenteil: Für teuer erkaufte Geräte könnte man wenigstens den Anspruch formulieren, dass dann die Daten gut gesichert und geschützt sind. Das sind sie nicht!

Quelloffene Alternativen

“Wo sind die Alternativen?” – Die Antwort lautet wiederum OpenSource! Nur wenn die Quelltexte des Betriebssystems und der Anwendungen frei einsehbar sind, kann auch beurteilt werden, was mit den Daten auf den Geräten geschieht. Eine zukunftsweisende Entwicklung ist KDE Plasma Active, das bereits im jetzigen Stadium eine ernstzunehmende Alternative darstellt.

(Quelle: plasma-active.org)

Hoch interessant ist vor allen Dingen, dass mit diesem Betriebsystem, das für unterschiedliche Hardware bereits getestet ist, der große Kosmos der KDE-Education-Apps aufgeschlossen wird.
Absolut spannend ist es, wie lange es dauert, dass KDE-Plasma-Active genauso leistungsfähig und hochwertig gestaltet ist wie die vielen Linuxdistributionen.

Schick ist es jetzt schon!

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Daniel Rohde-Kage am 14. Februar 2012
I ♥ Free Software

 

Daniel Rohde-Kage am 30. Dezember 2011

Schulen und Schulträger stehen häufig unter Kosteneinsparungsdruck. In der Folge kommen in der Schule gebrauchte und ausgemusterte Computersysteme zum Einsatz, die entweder von Unternehmen gesponsert werden oder auch über spezielle Anbieter bezogen werden können. Ein solcher Anbieter mit einem eigentlich interessanten Angebot ist zum Beispiel Itsco, der allerdings extrem nachteilige Geschäftsbedingungen für Schulen als öffentliche Einrichtung bietet, indem die Gewährleistung für gebrauchte Geräte fast ausgeschlossen wird und daher aus Sicht des Autors leider keine Empfehlung ist.

Vielfalt vs. Einfalt

Für einen Windows-Benutzer ist es verwirrend, dass es unter Linux mehrere Desktops gibt. Mit einer Windows-Desktop-Version gibt es einen Desktop, der durch Hintergrundbild, Desktopdateien, Verknüpfungen zu Speicherorten und Widgets (kleine Desktopprogramme wie z.B. eine Uhr oder ein Kalender o.ä.) ein Stück weit personalisiert ist.

Grundsätzlich ist der Linux-Desktop die Schnittstelle zwischen Anwender und Computer und hat jeweils spezielle Eigenschaften.

Die verschiedenen Linuxdesktops sind der Aspekt, der die hohe Attraktivität von Linuxdistributionen ausmacht. Nein, anders: Der Spaß an der Arbeit vermittelt! Es gibt unglaublich viele Desktopoberflächen, die allen Bedürfnissen gerecht werden. Die großen Namen lauten GNOME, KDE, Unity und XFCE. Wie alles in der OpenSource-Szene wandelt sich die Beliebtheit dieser Desktops, sodass in Zukunft auch andere Desktops in den Mainstream wandern.  Dabei steht hinter jedem Desktop ein Konzept.

An dieser Stelle wird der XFCE-Desktop kurz vorgestellt, der besonders für ältere Computer geeignet ist.

Ihr alter Computer als moderner Rechner

Haben Sie einen PC oder ein Notebook, der folgende Eigenschaften hat?

  • einen Prozessor mit einer Taktfrequenz von rund 1 GHz (das entspricht einem Alter von rund 9 Jahren)
  • zwischen 500MB und 1 GB Arbeitsspeicher
  • eine Festplatte ab 5 GB

Mit einem solchen Rechner könnten Sie Windows2000 flüssig, Windows XP mit erträglicher Leistung laufen lassen. Diese Betriebssysteme sind, obwohl Windows XP noch weit verbreitet ist, in vielerlei Hinsicht Fossile in der schnelllebigen IT-Landschaft. Dagegen bietet der XFCE-Desktop eine sehr angenehme, moderne Arbeitsoberfläche, bei der man auf technischen und Anwendungs-Komfort nicht verzichten muss und durch intelligente Programmierung inzwischen sogar dezente grafische Effekte nutzen kann.

Durch die vorwiegend textbasierten Menüs ist die Bedienerfreundlichkeit sehr hoch, jede/r AnwenderIn findet sich sofort zurecht.

XFCE-Logo aus der Wikipedia CC-BY-SA

Was heißt denn jetzt ‘Distribution‘?

Welche Distribution – das heißt: welchen Anbieter oder Herausgeber einer Linux-Version Sie nutzen wollen, liegt bei Ihnen. Eine Wahlhilfe gibt die Seite distrowatch.org, die ein Beliebtheits-Ranking der vielen Distributionen bietet. Alle großen Distributionen unterstützen inzwischen fast alle Desktops und haben detaillierte deutschsprachige Hilfeforen.

Die Empfehlung des Autors lautet, Linuxmint 9 mit dem XFCE-Desktop auszuprobieren. Sie erhalten damit ein vollausgestattetes System mit einem dicken Programmpaket, das sehr einfach über die Softwareverwaltung aus dem Riesenfundus der Debian-Pakete zu erweitern ist. Diese Distribution wird bis ins Frühjahr 2013 mit (automatischen) Aktualisierungen unterstützt, danach gibt es eine bequeme Möglichkeit des Updates auf eine aktuelle Version. Die ISO-Datei, die Sie auf eine CD brennen, finden Sie hier.

In diesem Sinne: Endlich wieder Spaß mit einer alten Möhre.

 

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Wie beginnen Sie Ihren Informatik-Unterricht?

“Fahrt doch bitte die PCs hoch und öffnet das Programm/das Dokument/die Interseite…”?
 

Eine Methode zur Gestaltung des Informatik-Unterrichts , die sich im schulischen Alltag sehr bewährt hat, ist die 5-Minuten-Informatik in Anlehnung an die 5-Minuten-Biologie von ‘meinem alten und verehrten’ Prof. Dr. Wilfried Stichmann. In diesen fünf Minuten werden tagesaktuelle Themen zur Informationstechnik besprochen: “Was ist los in der Medienwelt?”, die SchülerInnen haben das Vorschlagsrecht zum jeweiligen  Schwerpunkt.

Orientierung und Gesprächsanlass kann z.B. die Google-News-Seite der Sparte Wissen und Technik sein, ansonsten auch eine allgemeine Nachrichten-Schlagzeile oder ein persönliches Anliegen oder Erlebnis von SchülerInnen. Im Laufe des Schuljahres wurden so in der Klassenstufe 10 der Haupt- und Realschule unter anderem die Wikileaks-Veröffentlichungen, die Gesichtserkennung bei Facebook oder private Erfahrungen mit Download-Abmahnungen thematisiert. Aber auch der Verkaufsstart des neuen Android-Tablets XY war vor dem Hintergrund eines Patentstreits plötzlich wichtig.

Und manchen Themen muss auch viel mehr Zeit eingeräumt werden – vor allem, wenn die SchülerInnen in eine engagierte und ernsthafte Diskussion einsteigen. So geschehen nach der Ausstrahlung des Films Homevideo, als bei der Nachbesprechung die Jugendlichen große Betroffenheit äußerten. Dieser Film sollte wegen seiner Direktheit eigentlich zum Materialkanon im Themenbereich Cybermobbing – ab Klasse 9? – gehören. Er öffnet Türen zu den Themen ‘Kontrolle über meine Daten‘, ‘Recht und Verhalten im Internet‘ und selbstverständlich auch der gesellschaftlichen Bedeutung sozialer Netzwerke.

Sensibilisierung und Anknüpfen an die Alltagswelt

Was erzielt man durch diesem Einsteig?

In der Wahrnehmung des Autors werden die SchülerInnen für Themen der Informationstechnik nachhaltig sensibilisiert, da selbst Jugendliche, die sich nicht mit dem neuesten Smartphone als technik-affin präsentieren, den Einfluss neuer Technologien oder aktueller Fragen erleben und mitdiskutieren.

Zum anderen sind es die Beziehungen zur und das Anknüpfen an die Alltagswelt der SchülerInnen, die diese Unterrichtsinhalte als bedeutsam erscheinen lassen. SchülerInnen leben häufig in einer anderen Intensität mit Medien, dieser Einsteig greift dies auf und baut damit  sehr schnell eine Brücke zum Interesse der Jugendlichen.

UPDATE (14.12.2011) | Auch dies eine Möglichkeit, die enorme Tagesaktualität des Social Web zu nutzen und in die Fünf-Minuten-Informatik einzubauen: Die Teilnahme an einer Umfrage des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zum Thema ‘Medienkompetenz als Schulfach’. Berührt: Sachinformation, Beteiligung am Social Web, Thematisierung von (Schul-)Politik und ein Stück weit Teilhabe am demokratischen Prozess.

Welche Erfahrungen machen Sie?

 

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Ulf Blanke am 29. November 2011

Bereits vor einigen Jahren ist Open-Source-Software in der Schule angekommen. Zuerst waren es kleine Programme, zumeist nützliche Helferlein, später dann große Anwendungen wie der Browser Firefox, der Medienspieler VLC oder gar eine komplette Office-Suite wie OpenOffice bzw. Libre-Office.

Nur der Desktop blieb fest in Microsoft-Hand. Windows ist auf den meisten Rechner bereits vorinstalliert, sodass es für viele Schulen bzw. Schulträger bisher auf den ersten Blick kaum Anlass gab über Alternativen nachzudenken. Linux galt als Betriebssystem für Frickler, für die das Herumtüffteln am Rechner Hobby ist.

Aber Dinge ändern sich. Mittlerweile gibt es Linux-Distributionen, die nicht nur in der Funktionalität, sondern auch, was manchmal sogar fast wichtiger ist, in der Bedienung dem Platzhirsch Windows das Wasser reichen können. Als Beispiel soll hier das beliebte Ubuntu genannt werden, welches jede halbe Jahr in einer neuen Version herauskommt und neben einer ansprechend gestalteten Oberfläche ein umfangreiches Paket an freier Software gleich mitliefert.

Was können Schulen tun? Zumindest eines: Ausprobieren! Viele Linux-Distributionen bieten die Möglichkeit das System per Live-CD bzw. USB-Stick zu booten, ohne es installieren zu müssen. So kann sich jeder einen ersten Eindruck verschaffen. In einem zweiten Schritt wäre dann eine Mulit-Boot-Installation denkbar, sodass der Anwender bei jedem Start auswählen kann, ob er nun mit Linux oder Windows arbeiten möchte. Ob dann in einem dritten Schritt ganz auf Windows verzichtet wird, muss sicher anhand der jeweiligen Anforderungen jede Schule individuell beantworten.

Eines aber ist, zumindest aus Sicht des Autoren, klar: Der Umstieg auf den Linux-Desktop lohnt sich!

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Als Engagierter für Opensource-Software an Schulen, der auch Ipad-Projekten mit ihrem speziellen Ökosystem wenig Gutes abgewinnen kann, sieht man sich sehr schnell in einen Grabenkrieg hineingezogen. Die Argumentationslinie verläuft so, dass aus Anwendersicht proprietäre und kommerzielle Produkte häufig zur besseren Alternative erklärt werden. Schulische Aspekte und Vorteile von OSS wie die Lizensierung, Kompatibilität, Offenheit der Systeme, Verfügbarkeit auch für wirtschaftlich Schwächere usw. sind stark nachrangig.

‘Bessere Alternative” definiert sich dann leider selten über die Leistungsfähigkeit bezogen auf eine Aufgabenstellung: “Hiermit erstelle ich Tabellen besonders schnell”, sondern über: “Macht mir weniger Entscheidungsstress”, “Haben alle, kann nicht schlecht sein”, “Was nix kostet, kann nicht gut sein” undsoweiterundsoweiterundsoweiter.

Die Aufgaben und Motivation von LehrerInnen

Und dann gibt es außerschulische Menschen, die Fragen wie diese stellen:

Glauben Sie, die Lehrer halten proprietäre Produkte wirklich für die
bessere Alternative oder sind sie vielleicht nicht genügend motiviert
etwas neues auszuprobieren und dann auch noch erlernen zu müssen?
 

Welche Antwort gibt man hier?

Die Aufgaben von LehrerInnen sind inzwischen extrem vielfältig  (im übrigen der Grund, warum es  so ein toller Beruf ist). Aber auch die kreativste Arbeit fordert auf Dauer eine stabil funktionierende Arbeitsumgebung, und wie in so vielen Berufen ist das inzwischen ein Computersystem. Ein Vordiplom in Informatik kann bei der Fülle der Aufgaben nicht noch gestemmt werden.

Bei der Entscheidungsfindung, welche Software eingesetzt wird, geht es nach ziemlich simplen Prinzipien: Wer kauft ein Auto und vergleicht vorher Details der Einspritzsysteme? Beide Geräte – Auto und Computer – müssen funktionieren und wenig verbrauchen – beim Auto Kraftstoff, beim Computer Geld und zeitliche Ressourcen. Und das ‘kleine Quentchen Bauchgefühl’, das Werbung wie diese und diese anspricht, trifft dann letztlich die Entscheidung.

Keine Zeit und kein Geld

Damit kann man ziemlich genau umschreiben, was die obige Fragestellung im Hinblick auf Digitale Medien angeht. Es gibt in der Wahrnehmung des Autors tatsächlich noch eine wenig ausgeprägten Motivation von Lehrerinnen und Lehrern, sich überhaupt an digitale Systeme zu wagen. Und dann werden die obigen Prinzipien wirksam:  Es darf und kann keine Zeit kosten, sich einzuarbeiten oder intensiv auseinanderzusetzen, es darf nur wenig Geld kosten (und z.B. kommerzielle Officeprodukte sind speziell für LehrerInnen zu einem Spottpreis zu haben) und man möchte kein Abenteuer buchen und erwirbt das Bewährte, Bekannte, Anerkannte und schlichtweg Vorinstallierte.

Das Thema gab es schon hier im Blog. Einschließlich der relativ objektiven Widersprüche, dass kommerzielle Produkte nicht einfacher zu bedienen sind, nur weil man  eine ältere Version hatte. Und ein Windows-System nach dem zehnten Update und der Installation des fünfzehnten Tools  zur Verbesserung der Arbeitsumgebung quasi unbrauchbar ist und neu aufgesetzt werden muss. Und seltenst mal ein attraktives und aufgeräumtes Linux ausprobiert wurde.

Marketing und Implementierung und Sensibilisierung

Deswegen hier vielleicht zwei neue Aspekte:

  1. Wie schafft man es, die Vorteile von Opensource-Software nachhaltig herauszustellen? Wie schafft man dies gegen die Marketingstrategien der Konzerne?
  2. Wie schafft man eine nachhaltige Implementierung von und eine Sensibilisierung für OSS? Muss man den Konzepten der Software-Riesen folgen und die Produkte vorinstalliert auf den Markt werfen? Wie kann das für die Schule aussehen?

Die Antwort auf die Frage: Mehrwert für die Arbeit

Die Antwort auf die Frage oben ist, dass Lehrerinnen und Lehrer den Mehrwert für ihre Arbeit erkennen müssen. Wird ein Mehrwert erkannt, ist die Einführung auch von Software fast ein Selbstläufer. Und des Weiteren geht es weniger um mangelnde Motivation als um ein zuviel an Aufgaben. Und für die ganz deutlichen Vorteile offener und freier und kostenloser Software ist bisher noch wenig Sensibilität vorhanden. Aber es dauerte auch seine Zeit, bis der ökologische Landbau in die Lehrpläne eingezogen ist (auch wenn heute deswegen noch lange nicht alles ‘bio’ isst).

Ist das eine angemessene Antwort?

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Es ist zeitweise sehr trockenes Brot, sich für Opensource im Bildungsbereich einzusetzen. Man ringt bei den Beteiligten mit Vorbehalten und Vorurteilen, mangelnder Flexibilität, ein bisschen Trägheit und öfter mal einer Prise Arroganz. Das technische Unvermögen der Anwenderinnen und Anwender verzeihen wir und legen uns noch mehr ins Zeug, die Systeme einfach zu gestalten.

Im Alltagsgeschäft als Lehrerin oder Lehrer geben wir unser Bestes, unsere Schülerinnen und Schüler fit für das Leben zu machen. Seit der von der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) initierten PISA-Schulleistungsstudie wird ‘Lernen fürs Leben’ gleichgesetzt mit ‘Lernen für die berufliche Zukunft‘. Aber auch darauf lassen wir uns ein, und betonen besonders die Professionalität von Opensource mit Linux-Betriebssystemen, Programmen wie GIMP, Blender, und Lightworks (für Windows). Und wir freuen uns mitteilen zu dürfen, dass Fluglinien Linux als Mediensystem einsetzen.

Und dann erwischt einen bei der Sichtung von Stellenanzeigen in der regionalen Presse eiskalt das Motto ‘Think global, be frustrated local‘ (für den vollen Effekt das Bild anklicken):

(Quelle: Landeszeitung Lüneburg, Ausgabe 25./26. Juni 2011)

Heißt das etwa, dass wir im kleinen, abgeschlossenen Schulkosmos die Schülerinnen und Schüler zu Produkten drängen, die sie im späteren (Berufs-)Leben gar nicht nutzen können? Oder noch spitzer: Beim Bewerbungsgespräch wird dann geäußert, dass der Schüler/die Schülerin mit “den Programmkenntnissen von diesem kostenlosen Zeug nicht brauchbar ist“?

Wir erfahren ein kleine Depression!

Die Bedeutung von OSS in der Schule

Niemand kann Arbeitgebern vorschreiben, welche Software verwendet wird. Anders als vielleicht in der öffentlichen Verwaltung regelt dies der Markt, oder das Engagement der Außendienstler der kommerziellen Anbieter. Und hier lohnt sich ein Blick in die Details: Eine schlau ausgestaltete Marktuntersuchung kommt zum Ergebnis, dass im Januar 2010

  • auf rund 72% der Rechner Microsoft Office,
  • auf rund 21% OpenOffice (bzw. LibreOffice) installiert ist.

Wir pflegen im Informatik-Unterricht an unserer kleinen Haupt- und Realschule in der Lüneburger Heide das Andenken an Marco Börries mit Referaten und Präsentationen (macht das sonst jemand in der Republik?). Der wäre bzw. ist ja vielleicht begeistert, dass der Ableger seines kleinen StarOffice-Produkts solch einen beachtlichen Marktanteil hat.

Und es gibt die kleine Liste wichtiger Argumente für Opensource-Software an der Schule:

  • Wer es noch nicht weiß: Sie ist in der Regel kostenlos bzw. lizenzfrei. Zahlen müssen Sie eventuell für einen Support (oder im schlechtesten Fall für eine Abofalle). Schülerinnen und Schüler können auch ohne Einkommen die Software beziehen, die vielen kostenlosen Supportforen beantworten fast jede Anwenderfrage.
  • Die Lizenzfrage ist nicht selten ein Knackpunkt in der Schule: Auch wenn geschätzt bis zu einem Drittel der Schulen mit ihren Windows-Installationen gegen Lizenzbedingungen verstoßen, kommt z.B. bei der Einführung eines Schulserversystems ‘der Tag der Wahrheit’ – ein Windows-Lizenzschlüsselserver lässt sich selten vermeiden. Und es ist eine immense Entlastung, auf der sicheren Seite zu sein.
  • Schülerinnen und Schüler verwenden keine Raubkopien. Der Begriff ‘kostenlos und quelloffen’ im Gegensatz zu “bekommt man doch überall im Netz” bedarf der Erläuterung, aber die Kinder und Jugendlichen verstoßen nicht gegen geltende Gesetze.
  • Speziell Linux-Betriebssysteme und deren Anwendungsprogramme sind in besonderer Weise zu internationalisieren. Einen Linuxdesktop kann man mit geringstem Aufwand in vielen Sprachen (z.B. türkisch, polnisch, russisch) aufrufen. Es ist ein dankbarer Job gewesen, eine Jugendliche aus einer vor kurzem eingewanderten Familie unterrichtet zu haben, die an ‘ihrer Maschine’ ohne Sprachbarriere saß.
  • Anfang 2011 wurden erstmals mehr Smartphones (mulitfunktionale Minicomputer) als PCs verkauft: Damit eroberte das linuxbasierteAndroid innerhalb von 3 Jahren rund 23% des Marktes, bei 16% iOS (Apple) und nur 4% Microsoft Windows Phone (rund 40% Symbian/Nokia und 16% RIM/Blackberry) – die Schülerinnen und Schüler müssen mehr denn je Anwendungskompentenz statt spezifischer Produktkompetenz erwerben. Da es nach Amerika auch in Deutschland Schulprojekte z.B. mit Tablet-PCs gibt, kann es gar keine Festlegung auf eine Oberfläche geben.
  • Stichwort Ressourcenschonung: Unterschiedliche Linux-Ableger (Distributionen bzw. Desktops) ermöglichen die Arbeit mit ausgemusterter, älterer Hardware, die für sehr wenig Geld erhältlich ist.
  • Linux-OS sind im Allgemeinen und Besonderen auf Barrierefreiheit ausgelegt: Mit einer Vielzahl von Anpassungen können auch (teil-)behinderte Schülerinnen und Schüler Computer bedienen.
  • OpenSource-Software ist hochentwickelt: In Europa hat der Opensource-Browser Firefox längst den proprietären Internet-Explorer bei den Nutzungszahlen überholt, der VLC-Player ist wegen seiner Universalität weit verbeitet. Diese Programme sind in der Regel betriebssystem-unabhängig. Und wer wie der Autor seit Jahren Linux-Anwender ist, merkt bei der Verwendung des Marktführer-OS Windows, wie komfortabel diese Systeme sind.
  • Updates sind nicht auf einen ‘Patchday’ (Microsoft) beschränkt, sondern werden kontinuierlich entwickelt und eingespielt. Und als geborenes Mehrbenutzersystem beherrscht Linux eine ausgefeilte Rechtevergabe, mit denen die Systeme schwerer zu kompromittieren sind.

Hoppla, hatten wir eine Depression?

Wir gehen noch einmal an den Anfang: Schule gestaltet Gesellschaft und unsere Kinder und Jugendlichen können die Arbeitgeber von morgen sein. Setzen wir uns für Opensource in der Schule ein, bleiben wir also weiter im modernen Konzept schulischer Bildung und flüchten nicht auf den Idealistenzweig. Opensource ist eine zukunftsfähige, nachhaltige Alternative, die berechtigt, sie schwerpunktmäßig in der Schule einzusetzen.

 

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…und ‘Microsoft Word’ ist ein Textverarbeitungsprogramm, eines unter vielen. Was es so mühsam macht, Anwendern wie beispielsweise Lehrkräften eine Vielfalt der Anwendungsprogramme zu vermitteln, sind unter anderem die Markennamen, die sich zu Gattungsnamen verselbständigt haben. Irgendwie beruhigend für Normalverbraucher, im Computerladen mitgeteilt zu bekommen, dass ‘Word schon drauf ist’. Man betritt bekanntes Terrain, kann sich mit der neuen Maschine scheinbar schneller anfreunden.

Es ist eine Mutmaßung: Der Kunde bleibt bei der Software, die er kennt, selbst wenn objektiv die Hürde der Einarbeitung höher ist als bei einem Produkt eines anderen Herstellers. Diese notwendige Einarbeitung ergab sich zum Beispiel bei der Einführung des Ribbon-Bedienkonzeptes unter Microsoft Office 2007. Der folgende, hauseigene Produkttext verschleiert die Schwierigkeiten, die Anwender bei der Umstellung hatten: “Sie fragen sich, wo Sie Ihre bevorzugten Word 2003-Befehle in der neuen Oberfläche von Word 2007 finden? Oder möchten Sie einfach nur ein paar Tipps, während Sie das raffinierte neue Design entdecken?” (Quelle: microsoft.office.com). In der Regel möchten man nicht entdecken, am besten gar nicht suchen, sondern produktiv arbeiten.

 

Screenshot von Firefox 4: Haben die EntwicklerInnen mit ihrem textorientierten Menü etwas falsch gemacht? Oder sind diese Menüs überholt?

Was bedeutet das für den Einsatz freier Software in der Schule?

Die Umstellung von einem kommerziellen Programm zu einer freien Lösung ist unter Umständen nicht größer als von einer Produktversion zu einer anderen des gleichen Herstellers. Und ein Kriterium für eine gute Software ist,  dass sich Lösungen für Aufgaben (ich möchte eine Datei speichern, ich möchte ein Bild schärfen, ich möchte eine Tabelle einfügen…) möglichst ohne Aufwand erschließen. Ein streng subjektives Kriterium, aber eines, bei dem der Anwender sich angesprochen fühlt oder sich abwendet.

Nicht um der politischen Korrektheit, sondern einer kreativen Vielfalt willen versuchen Sie es doch mal mit den Begriffen Tabellenkalkulation statt Excel, Textverarbeitung statt Word und Präsentationsprogramm statt Powerpoint.

Schwer, weil lang? Dann verwenden Sie doch Calc, Writer und Impress.


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Ulf Blanke am 29. Mai 2011

Open Source ist in der Schule angekommen. OpenOffice bzw. LibreOffice, Mozilla Firefox und der VLC Mediaplayer waren Vorreiter, andere Anwendungen folgten.

Aber noch immer gibt es in bestimmten Bereichen Akzeptanzprobleme für freie Software im Bildungsbereich. Zwar bröckelt die jahrelange Dominanz von Microsoft im Office-Bereich, aber auf der Betriebssystemebene ist der Riese aus Redmond in Schulen noch immer stark vertreten. Obwohl sie langsam aufholen, haben es die freien Alternativen immer noch schwer.

Dieses Blog will aktuelle Informationen über Open-Source-Software und deren Anwendung in der Schule zusammentragen und einer möglichst breiten Öffentlichkeit präsentieren. Ziel ist es, die Vorbehalte gegen freie Software abzubauen – und so den Fokus auf die damit verbundenen Chancen zu richten.

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